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Die Google-Story – wie ein Studentenprojekt zum Motor hinter deiner nächsten Siri wurde

  • Onliner
  • 16. Juni 2026 um 07:01
  • 98 Mal gelesen
  • 3 Antworten
Kennst du das? Du tippst ein „g” in die Adressleiste, und noch bevor du den Gedanken zu Ende gedacht hast, steht da schon „oogle.com” (oder eneration-i.de) . Mit Maps navigierst du zum Supermarkt, abends läuft YouTube auf dem Apple TV, und nebenbei checkst du dein Gmail-Postfach, während Apple Mail brav daneben wartet. Google ist im Apple-Kosmos so selbstverständlich geworden, dass man fast vergisst, wie sehr das eigentlich der Gegenentwurf zu allem ist, wofür Cupertino steht. Und 2026 wird die Sache noch kurioser: Ausgerechnet Googles KI-Modelle sollen jetzt das Hirn der neuen Siri werden. Höchste Zeit, sich anzuschauen, wie wir hier eigentlich gelandet sind.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Zwei Doktoranden, eine Garage und ein Scheck über 100.000 Dollar
  2. Vom Suchfeld zur Gelddruckmaschine
  3. Die große Shopping-Tour: Wie Google in deinen Alltag eingezogen ist
  4. Alphabet: Der Konzern-Mantel, den kaum jemand versteht
  5. Die KI-Ära: Von DeepMind über Bard zu Gemini
  6. Google und Apple: Erzfeinde, die sich gegenseitig brauchen
  7. Der Praxis-Check: Was Googles Apps heute schon auf deinem iPhone können
  8. Google Maps: der Dauerbrenner, der jetzt auch im Auto mitredet
  9. Gmail, Drive & Workspace: die Schatten-iCloud
  10. Photos, YouTube & Chrome: die Medien-Maschine
  11. Google Home: der Dauer-Rivale von Apple Home
  12. Die Gemini-App: Googles eigener Siri-Konkurrent (der Siri jetzt selbst füttert)
  13. Fazit
  14. Quellen

Zwei Doktoranden, eine Garage und ein Scheck über 100.000 Dollar

Die Geschichte beginnt 1995 an der Stanford University – ziemlich unspektakulär. Larry Page, gerade als Doktorand angekommen, bekommt von Sergey Brin eine Campus-Führung. Bei so gut wie jedem Thema sind sich die beiden uneinig. Vielleicht genau deshalb tüfteln sie ab 1996 gemeinsam an einem Projekt namens „BackRub”. Die Idee: Webseiten nicht einfach nach Schlagworten durchsuchen, sondern danach bewerten, wie viele andere Seiten auf sie verweisen. Viele Verlinkungen, viel Relevanz – so simpel war der Gedanke am Anfang. Daraus wird PageRank, und dieser Algorithmus steckt bis heute im Kern der Google-Suche, nur inzwischen mit ein paar hundert zusätzlichen Zutaten.

1998 schreibt Andreas von Bechtolsheim, einer der Sun-Microsystems-Gründer, einen Scheck über 100.000 Dollar – und Google Inc. wird offiziell registriert. Mit dem Geld zieht die junge Firma aus dem Studentenwohnheim aus, ihr erstes richtiges Büro: die Garage von Susan Wojcicki in Menlo Park. Kleine Randnotiz für alle, die im Apple-Kosmos zuhause sind: Wojcicki war damals Googles Mitarbeiterin Nummer 16 und wurde Jahre später CEO von YouTube – einem Unternehmen, das Google zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal auf dem Schirm hatte. Die Tech-Welt ist eben klein.

Der Name „Google” ist übrigens nichts anderes als eine Verballhornung von „Googol”, der mathematischen Bezeichnung für eine Eins mit hundert Nullen – ein kleiner Seitenhieb darauf, wie viele Informationen die Suchmaschine durchforsten sollte. Heute würde dafür wahrscheinlich eine Agentur drei Monate über Markennamen brüten. 1998 reichten zwei übermüdete Informatik-Doktoranden und ein Tippfehler.

Vom Suchfeld zur Gelddruckmaschine

Jetzt zum Teil, der erklärt, warum Google für dich angeblich „kostenlos” ist – und warum das so nie ganz gestimmt hat. Im Jahr 2000 startet Google AdWords, heute Google Ads: Unternehmen zahlen dafür, dass ihre Anzeigen genau dann auftauchen, wenn du nach etwas Passendem suchst. Suchst du „Laufschuhe”, siehst du Laufschuh-Werbung. Kein Streuverlust, maximale Treffsicherheit – ein Prinzip, das bis heute den Großteil von Googles Milliardenumsätzen trägt.

2004 geht Google an die Börse. Ab da ist klar: Das ist kein Studentenprojekt mehr, sondern ein Konzern mit Wachstumszwang. Und Wachstum bedeutet bei Google vor allem eines – einkaufen, einkaufen, einkaufen.

Die große Shopping-Tour: Wie Google in deinen Alltag eingezogen ist

Schau dir mal die App-Liste auf deinem iPhone an: Vermutlich läuft dort einiges (natürlich nicht bei jedem) über Dienste, die Google irgendwann entweder selbst gebaut oder einfach gekauft hat. Ein kurzer Rückblick auf die wichtigsten Stationen:

• Gmail (2004): Eigenentwicklung, gestartet mit dem damals völlig irrwitzigen Speicherplatz von 1 GB. Heute lachst du darüber – dein iCloud-Speicher reicht ja kaum für die Fotos vom letzten Urlaub.
• Google Maps (2005): entstanden aus der Übernahme der australischen Firma Where 2 Technologies. Bis 2012 lieferte Google sogar die Kartendaten für die iPhone-Maps-App, bevor Apple mit seiner eigenen – anfangs ziemlich chaotischen – Lösung eigene Wege ging.
• YouTube (2006): für 1,65 Milliarden Dollar gekauft, zu einem Zeitpunkt, an dem viele das für völligen Unsinn hielten. Heute ist es, direkt nach Google selbst, die zweitgrößte Suchmaschine der Welt.
• Android (2005 gekauft, 2008 gestartet): Googles Antwort auf das ein Jahr zuvor erschienene iPhone. Apple hält sein Ökosystem geschlossen, Google macht sein Betriebssystem für Samsung, Xiaomi und den Rest der Welt verfügbar – mit allem, was du als iPhone-Nutzer aus sicherer Distanz beobachten kannst.
• Chrome (2008): der Browser, der heute praktisch auf jedem Gerät läuft, auch auf dem Mac, und dessen Marktanteil Safari-Fans regelmäßig zum Grübeln bringt.

Die „Warum”-Frage dahinter ist eigentlich simpel: Jede dieser Apps sammelt Daten über dich, und mit jeder dieser Daten wird die Werbung aus dem letzten Abschnitt ein Stück zielgenauer. Zufall ist das keiner – das ist das Geschäftsmodell. Du zahlst nicht mit Geld, sondern mit deinem Verhalten. Kein Wunder, dass Apple in seinem Marketing so gern den Gegenpol spielt.

Alphabet: Der Konzern-Mantel, den kaum jemand versteht

2015 passiert etwas, das auf den ersten Blick nach reiner Bürokratie-Kosmetik aussieht, tatsächlich aber strategisch einiges bedeutet: Google gründet eine neue Dachgesellschaft namens Alphabet Inc. Google selbst wird darunter nur noch eine von mehreren Tochterfirmen. Die Idee: Alles, was Geld verdient – Suche, Werbung, Android, YouTube, Maps – bleibt unter der Marke Google. Alles, was experimentell, riskant oder einfach noch nicht profitabel ist, wandert in eigene Firmen unter dem Alphabet-Dach: Waymo für selbstfahrende Autos, Calico für Altersforschung, X als Inkubator für die wirklich verrückten Ideen.

Für dich ändert sich dadurch erstmal rein gar nichts. Du tippst weiter „google.com” ein, von der Konzernstruktur dahinter merkst du nichts. Trotzdem lohnt es sich, das im Hinterkopf zu haben – etwa wenn du liest, dass „Alphabet” gerade die 4-Billionen-Dollar-Marke an der Börse geknackt hat, und dich fragst, was das mit deiner Suchmaschine zu tun hat. Kurze Antwort: alles und nichts gleichzeitig.

Die KI-Ära: Von DeepMind über Bard zu Gemini

Googles KI-Geschichte reicht weiter zurück, als viele glauben. Mit der Übernahme von DeepMind 2014 sicherte sich der Konzern eines der ambitioniertesten KI-Labore weltweit – bekannt geworden durch AlphaGo, das 2016 den besten Go-Spieler der Welt schlug, lange bevor „KI” zur Pflichtvokabel in jeder Produktpräsentation wurde. Inzwischen ist DeepMind mit Googles eigener Forschungsabteilung Google Brain verschmolzen, um die Kräfte zu bündeln.

Für die Öffentlichkeit sichtbar wurde das Ganze erst mit Bard, Googles holprigem ersten Versuch, ChatGPT etwas entgegenzusetzen – Start 2023, kein Glanzmoment. Seitdem hat Google alles unter der Marke Gemini zusammengefasst. Und genau dieser Name ist es, der inzwischen auch bei Apple für Gesprächsstoff sorgt.

Google und Apple: Erzfeinde, die sich gegenseitig brauchen

Damit kommen wir zum eigentlich spannenden Teil, zumindest für dich als Apple-Nutzer. Freundschaftlich war das Verhältnis zwischen den beiden Konzernen nie – lukrativ dagegen schon immer, für beide Seiten. Seit 2016 zahlt Google rund 20 Milliarden Dollar im Jahr dafür, Standardsuchmaschine in Safari zu bleiben. Genau dieser Deal sorgte 2024 für Schlagzeilen, als ein US-Richter entschied, dass Google damit seine Marktmacht missbräuchlich abgesichert hat. Passiert ist seither: erstaunlich wenig. Google bleibt Standard, Apple kassiert weiter.

Und jetzt der eigentliche Knaller von 2026: Apple und Google haben eine mehrjährige Partnerschaft bestätigt, bei der Apples neue Siri und die nächste Generation von Apple Intelligence auf Googles Gemini-Modellen laufen. Berichten zufolge zahlt Apple dafür rund eine Milliarde Dollar pro Jahr – für ein eigens zugeschnittenes Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern. Verglichen mit den 20 Milliarden für den Safari-Deal: das Taschengeld unter Tech-Giganten.

Für ein Unternehmen, das sich seit Jahren mit „Privacy. That’s Apple.” schmückt, ist das ein bemerkenswerter Spagat. Die offizielle Lesart: Apples Vereinbarung verhindert ausdrücklich, dass Google die Siri-Anfragen zum Training künftiger Gemini-Modelle nutzt – deine Anfragen verbessern also nicht Googles eigene KI. Verarbeitet wird alles über Apples Private-Cloud-Compute-Infrastruktur, nicht direkt auf Googles Servern. Ob das reicht, um das Privacy-Versprechen glaubwürdig zu halten? Entscheide selbst. Ich sage nur: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Für deinen Alltag heißt das konkret: Die kontextbewusste Siri, die endlich versteht, was gerade auf deinem Bildschirm passiert, und komplexere Aufgaben über mehrere Apps hinweg erledigen kann, bekommt ihr Denkvermögen zu großen Teilen aus Mountain View. Das Branding bleibt Apple, der Motor kommt von Google. Wenn du also bald „Hey Siri, fass mir die E-Mail von eben zusammen und mach einen Kalendereintrag draus” sagst – und es tatsächlich klappt – darfst du dich ruhig bei beiden bedanken.

Der Praxis-Check: Was Googles Apps heute schon auf deinem iPhone können

Klingt das nach Zukunftsmusik? Ist es nicht. Schaust du genauer hin, mischt Gemini in den Google-Apps auf deinem iPhone schon jetzt mit – quasi die Generalprobe für das, was demnächst systemweit in Siri steckt. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Apps und das, was sie aktuell wirklich können.

Google Maps: der Dauerbrenner, der jetzt auch im Auto mitredet

Auch wenn Apple Maps in den letzten Jahren ordentlich aufgeholt hat: Viele von euch haben Google Maps trotzdem noch auf dem Homescreen, und das hat gute Gründe. Street View, die Tiefe bei Öffnungszeiten und Bewertungen, die Live-Verkehrsdaten – in vielen Regionen ist Google hier einfach noch eine Stufe genauer.

Und jetzt wird’s interessant. Anfang 2026 hat Google Gemini in die Maps-App für iPhone integriert, als „Ask Maps”-Funktion: Statt Orte über Tipp-Suchen zu finden, erkundest du sie in natürlicher Sprache. Aus „Restaurants Italienisch München” wird „Finde ein gut bewertetes italienisches Restaurant in der Nähe mit Parkplatz” – und Gemini versteht den ganzen Satz.

Der eigentliche Clou kommt aber erst noch: Code-Funde in der iOS-Version von Google Maps deuten darauf hin, dass Gemini auch in CarPlay landen soll – möglich gemacht durch iOS 26.4, das CarPlay erstmals für KI-Chatbots von Drittanbietern öffnet. Übersetzt heißt das: Du fährst, fragst „Wo kann ich kurz vor Dubrovnik einen Kaffee trinken?” und bekommst eine Antwort, ohne das Handy überhaupt anzufassen. Genau dafür wurde CarPlay eigentlich erfunden.

Ein bisschen Realitätscheck gehört aber dazu:

• Kein „Hey Google” am Steuer: Drittanbieter-Assistenten dürfen auf CarPlay aktuell keine permanenten Wake-Words nutzen. Du musst Gemini also antippen, statt es einfach anzusprechen.
• Nur innerhalb der App: Gemini funktioniert ausschließlich, wenn Google Maps geöffnet ist – ein systemweites „Hey Google” kann Google auf einer Plattform, die ihm nicht gehört, schlicht (noch) nicht anbieten.
• Die Ironie des Jahres: Siri kann bis heute keine echten Gespräche in Echtzeit führen. Google macht genau das schon seit Monaten in Google Maps – mit demselben Gemini-Modell, das demnächst auch Siri selbst antreibt.

Die „Warum”-Frage lässt sich hier leicht beantworten: Wenn du viel fährst, ist eine Navigation, die mitdenkt und auf „…und dann noch eine Tankstelle auf dem Weg” reagiert, ein echter Gewinn für den Alltag. Dafür gibst du ein bisschen mehr Standortdaten ab als sonst – business as usual bei Google.

Gmail, Drive & Workspace: die Schatten-iCloud

Apple bietet mit iWork – Pages, Numbers, Keynote – und iCloud Drive ein geschlossenes, hübsch designtes Ökosystem. Google hat mit Gmail, Drive, Docs, Sheets und Slides längst die heimliche Zweit-Cloud auf deinem Gerät etabliert, und oft war das nicht mal deine eigene Entscheidung. Sobald du mit Leuten zusammenarbeitest, die kein Apple-Gerät besitzen – also: fast jeder außerhalb deiner Bubble – landest du fast automatisch bei Google Docs. Es läuft einfach überall: Windows, Android, Linux, vermutlich auch auf dem Toaster mit Internetanschluss.

Was dir das im Alltag bringt:

• Echtzeit-Zusammenarbeit, die mittlerweile auch mit Pages funktioniert, bei Google aber von Anfang an das Grundprinzip war.
• 15 GB kostenloser Speicher über alle Google-Dienste – Gmail, Drive, Photos – zusammen. Nett, aber inzwischen genauso eng bemessen wie Apples kostenlose 5 GB iCloud. Der Unterschied: Bei Google zahlst du „kostenlos” eben mit deinen Daten statt mit 99 Cent im Monat.
• Gmail als zweites Postfach, das viele parallel zu iCloud Mail nutzen, weil Spamfilter und Suche bei Google traditionell einen Tick schärfer sind.

Zynisch formuliert: iWork ist großartig – solange du in einer Welt lebst, in der jeder einen Mac besitzt. Spoiler: Tut er nicht. Und genau das hat Google schon vor 20 Jahren verstanden.

Photos, YouTube & Chrome: die Medien-Maschine

Google Photos ist für viele iPhone-Nutzer das, was iCloud-Fotos eigentlich sein sollte – nur mit ein paar Funktionen, die Apple erst Jahre später nachgezogen hat: durchsuchbare Inhalte („zeig mir Fotos vom Hund am Strand”), automatische Zusammenfassungen, Objekte einfach wegradieren. Wer beide Dienste parallel nutzt, merkt schnell den Unterschied: Apple denkt von Privatsphäre und Geräte-Integration aus, Google denkt von „findet wirklich alles, was du je fotografiert hast”.

YouTube kennst du natürlich. Zur Erinnerung trotzdem: Mit über zwei Milliarden eingeloggten Nutzern im Monat ist das keine „Video-App”, sondern direkt nach Google selbst die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. YouTube Music läuft auf dem iPhone als durchaus ernstzunehmende Alternative zu Apple Music – vor allem, wenn du sowieso schon YouTube Premium hast und die Werbung loswerden willst.

Und Chrome? Läuft auf iPhone, iPad und Mac mit, synct Lesezeichen und Tabs über alle Geräte – auch über deinen Windows-Rechner im Büro, falls du das Glück hast, einen zu brauchen. Der Haken: Auf iOS läuft Chrome technisch trotzdem über Apples WebKit-Engine. Du bekommst also nicht „echtes” Chrome, sondern Safari im Chrome-Kostüm. Wieder so ein Detail, das zeigt, wie viel Kontrolle Apple über sein Ökosystem behält – ganz egal, welches Logo auf dem App-Icon klebt.

Google Home: der Dauer-Rivale von Apple Home

Hast du ein gemischtes Smart-Home-Setup – ein paar Nest-Kameras hier, ein HomePod dort, dazwischen Geräte von irgendwelchen Drittherstellern – kennst du das Dilemma: zwei Apps, zwei Ökosysteme, alles doppelt einrichten. Die gute Nachricht: Mit dem Matter-Standard, den inzwischen Apple Home und Google Home unterstützen, lassen sich viele neuere Geräte tatsächlich in beiden Welten gleichzeitig steuern. Die schlechte Nachricht: „unterstützt” heißt nicht „funktioniert auf Anhieb”. Wer schon mal versucht hat, ein Matter-Gerät gleichzeitig in Apple Home und Google Home einzubinden, kennt das stundenlange Geräte-Reset-Ritual.

Die Gemini-App: Googles eigener Siri-Konkurrent (der Siri jetzt selbst füttert)

Zum Schluss noch die App, die das ganze Bild rund macht: Gemini selbst, ladbar aus dem App Store, einsetzbar parallel zu Siri. Als deinen Standard-Assistenten kannst du Gemini auf dem iPhone aktuell nicht festlegen – das bleibt Siri vorbehalten. Immerhin gibt es schon ein CarPlay-Widget für Gemini, über das du eine Sprachunterhaltung starten kannst, ohne das Handy in die Hand zu nehmen.

Die eigentliche Pointe dabei: Diese App ist im Grunde eine Vorschau auf das, was bald systemweit in Siri steckt. Du testest also schon heute – mehr oder weniger – die KI, die übermorgen unter der Haube deines Betriebssystems läuft. Nur eben noch in einem eigenen App-Icon, das du wieder löschen kannst, sobald Apples eigene Version fertig ist. Oder eben nicht löschst, weil Gewohnheit bekanntlich auch eine Form von Loyalität ist.

Fazit

Aus zwei Stanford-Doktoranden, die eigentlich nur eine bessere Bibliothekssuche bauen wollten, ist in knapp drei Jahrzehnten ein Konzern geworden, der so tief in deinem Alltag steckt, dass selbst Apple – der Meister der geschlossenen Gärten – nicht mehr ohne ihn auskommt. Beeindruckend und beunruhigend zugleich: beeindruckend, weil PageRank tatsächlich eine der einflussreichsten Ideen der jüngeren Tech-Geschichte war; beunruhigend, weil das gesamte Imperium auf einem Geschäftsmodell ruht, das von deinen Daten lebt – und das gilt jetzt eben auch ein kleines Stück für deine Siri.

Lieben musst du Google deswegen nicht. Aber wenn du verstehst, woher die Firma kommt und warum sie tut, was sie tut, ergibt plötzlich auch der Gemini-Siri-Deal Sinn: Es geht nicht um Zuneigung, sondern um Pragmatismus. Und Pragmatismus war am Ende schon immer die eigentliche Stärke beider Unternehmen.

Quellen

Spoiler anzeigen

• https://about.google/intl/de_ALL/company-info/our-story/
• https://de.wikipedia.org/wiki/Google_LLC
• https://www.startstories.de/artikel/larry-…der-von-google/
• https://www.handelsblatt.com/technik/it-int…t/25303234.html
• https://appleinsider.com/articles/26/04…l-debut-in-2026
• https://kersai.com/apple-siri-goo…-ios-26-ios-27/
• https://www.redsharknews.com/apple-wwdc-2026-siri-gemini-ios-27
• https://www.bgr.com/2172920/google…feature-update/
• https://www.macrumors.com/2026/05/12/app…i-chatbot-soon/
• https://9to5mac.com/2026/05/11/the…k-with-carplay/
• https://9to5mac.com/2026/03/24/ios…big-one-coming/
• https://thecarplayer.com/blogs/news/goo…s-apple-carplay

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Diskutiere mit uns im Forum! 3 Antworten, zuletzt: 16. Juni 2026 um 18:17
  • Siri
  • Google
  • Alphabet
  • Gemini
  • Apple-Ökosystem

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Antworten 3

Andy
16. Juni 2026 um 18:10

Wenn ich da zurückdenke: Als ich das erste Mal über die Suchmaschine gelesen hatte, dachte ich mir, für was das mal gut sein sollte?

Ich hatte damals alles, was ich wissen wollte, in Foren(!!) gefunden - und das war wirklich für alles eine Anlaufstelle. Und dann gab es noch die „Kataloge“, in denen eben die Websites standen. Yahoo…

Hätte man das mal früher gewusst. Das hätte sich auch finanziell durchaus lohnen können.

Aber auch sowas wie YouTube - wie simpel manche Sachen entstanden sind, ohne die das Internet lange nicht das wäre, was sie sind.

Gmail selbst nutze ich eigentlich überhaupt nicht (mehr) - soll aber die beste Suche in Mails bieten?

Kann man sagen, was man will: Google ist wichtiger, als manche immer denken. Ohne wäre vieles ganz anders.

Onliner
16. Juni 2026 um 18:15

Ich benutze privat Googlemail und den Kalender seit der ersten Stunde bis heute. Auch die Gboard Tastatur hat sich bei mir durchgesetzt.

Andy
16. Juni 2026 um 18:17

Ich bin damit ehrlich gesagt nie so richtig warm geworden, was das mit den Labels betrifft?

Klar, die Idee dahinter usw. hab ich schon verstanden. Aber irgendwie war es nie so richtig meins.

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