Beiträge von djiwondee

    Ich muss gestehen: Deinem Beitrag habe ich inhaltlich erstaunlich wenig hinzuzufügen – viele der Punkte beschreiben ziemlich präzise, wo sich Apple gerade strategisch befindet. Was mich allerdings zunehmend umtreibt, ist eine andere, vielleicht etwas banalere, aber langfristig genauso problematische Entwicklung: die schleichende Transformation von macOS zu einem Software-Monster, das immer stärker an die Komplexität erinnert, die wir früher nur von Windows kannten.

    Apple hat über viele Jahre davon profitiert, dass macOS im Kern vergleichsweise schlank, klar strukturiert und vor allem konsistent war. Systemdienste waren überschaubar, der Funktionsumfang wuchs moderat, und vieles folgte einer relativ klaren Designphilosophie. In den letzten Jahren habe ich jedoch zunehmend den Eindruck, dass sich auch hier eine Art Feature-Inflation entwickelt – getrieben durch Cloud-Dienste, AI-Integration, Hintergrundservices, Telemetrie, Sync-Mechanismen und immer neue System-Frameworks, die irgendwo „unter der Haube“ laufen.

    Das Ergebnis ist ein Betriebssystem, das immer mehr Subsysteme und Abhängigkeiten mit sich herumschleppt. Genau das war historisch eines der Hauptprobleme von Windows: Jahrzehnte von Kompatibilitätslast, Service-Schichten, Hintergrunddiensten und APIs, die man aus Gründen der Rückwärtskompatibilität nie mehr wirklich loswird. Apple hat lange den Vorteil gehabt, regelmäßig alte Zöpfe abzuschneiden. Aber auch dort scheint inzwischen der Mut zu radikalen Schnitten begrenzt zu sein – vermutlich, weil das eigene Ökosystem inzwischen selbst zu groß und zu komplex geworden ist.

    Der AI-Schub verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Statt eines klaren, strukturellen Neubeginns entstehen vielerorts neue Schichten: lokale Modelle, Cloud-Modelle, Assistenz-Frameworks, Privacy-Layer, API-Gateways für Entwickler, Abo-Dienste für spezialisierte Funktionen. Alles einzeln plausibel – in Summe aber ein weiterer Ausbau der Systemkomplexität.

    Und genau da sehe ich die eigentliche Ironie: Apple verkauft Stabilität zunehmend als Produktfeature, während gleichzeitig immer mehr Infrastruktur ins System wandert, die diese Stabilität langfristig schwieriger macht. Ein Betriebssystem, das immer mehr Dienste integriert, wird zwangsläufig auch immer mehr Fehleroberflächen haben.

    Dein Punkt zur Lock-in-Strategie passt da sehr gut hinein. Wenn AI, Health-Features, Cloud-Dienste und Gerätefunktionen immer enger miteinander verzahnt werden – und dann noch über Abomodelle laufen – entsteht ein System, das technisch wie wirtschaftlich immer stärker geschlossen wird. Für Apple ist das rational: maximale Kundenbindung. Für Nutzer bedeutet es aber auch eine zunehmende Abhängigkeit von einem immer komplexeren Stack.

    Was ich deshalb fast noch bedenklicher finde als das „AI-Trostpflaster“: die langfristige Entwicklung hin zu einem Betriebssystem, das seine ursprüngliche Eleganz und technische Klarheit verliert, weil ständig neue Schichten auf bestehende Strukturen gesetzt werden. Genau so entstehen über die Jahre die Software-Gebirge, die irgendwann kaum noch jemand vollständig überblickt.

    Kurz gesagt: Wenn Apple nicht aufpasst, wird aus dem einst bewusst schlanken System irgendwann genau das, wovon viele Mac-Nutzer jahrzehntelang geflohen sind – ein hochkomplexes, schwer durchschaubares Plattform-Ökosystem, das eher verwaltet als gestaltet wird...

    Ubiquiti bietet wohl ein Planungstool auf der Website an, eventuell sehe ich mir das mal näher an.

    Damit hatte ich mich mal beschäftigt...aber die Rahmenbedingungen das zu nutzen ziehen ein Anwendungsszenario "Office, Gebäude, Plant" in Betracht und kein Privathaus?

    Ich kann nur soviel sagen, ich mag mein Unifi Setup nicht mehr hergeben (Dream Machine Pro, 1 PoE Switch, 3 U7 Wall Accesspoints)...

    Meine Smarthome-Reise hat vor einigen Jahren eher experimentell angefangen und ist heute deutlich konsolidierter und vor allem stabiler geworden.

    Am Anfang stand eine klassische Bastelphase: gestartet bin ich mit Homematic IP, Philips Hue und einigen Eve-Devices ohne Matter nur mit BlueTooth. Dazu kamen mit der Zeit eine ganze Reihe Aqara-Sensoren, die ich über Conbee per Zigbee eingebunden habe. Die Brücke in Apple Home / HomeKit lief über Node-RED, angebunden waren die HomematicIP-Geräte per MQTT mittels CCUJack auf der Homematic-Zentrale CCU3. Technisch hat das alles funktioniert – und es hat auch viel Spaß gemacht, die verschiedenen Systeme miteinander zu verheiraten.

    Mit der Zeit st allerdings für mich das wohl typische Problem vieler Smarthomes aufgetreten: Der „Geräte-Varianten-Hersteller-Zoo“ wurde immer größer. Unterschiedliche Hersteller bedeuteten unterschiedliche Apps, Bridges und Integrationen. Dazu kamen Themen wie alternde Geräte (EVE), wechselnde oder eingeschränkte HomeKit-Kompatibilität und der generelle Wartungsaufwand. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem der Betrieb mehr Arbeit als Nutzen war.

    Deshalb habe ich angefangen, das Setup bewusst zu vereinfachen und zu konsolidieren. Schrittweise sind dabei insbesondere Eve und Aqara aus dem System verschwunden. Übrig geblieben sind heute im Kern nur noch zwei Gerätekategorien, die sich für mich als zuverlässig und langlebig erwiesen haben:

    • Homematic IP für Sensorik, Aktoren und "klassische" Hausautomation (Fenster auf Thermostat off)
    • Philips Hue für Beleuchtung und Smart Buttons

    Was ich sehr schätze an HomematicIP sind die Direktverknüpfungen. Es muss nicht immer eine Automation auf einem zentralen Hub sein! Nicht zu vergessen der WAF. Es muss halt alles laufen, ohne das das Smarthome dazwischen funkt oder ausfällt. Leider ist das nicht immer der Fall...

    Seit etwa einem Jahr läuft außerdem Home Assistant als zentrale Plattform. Die Automationen, die früher fast ausschließlich in Apple Home (manches auch in Node-RED) lagen, sind nach und nach dorthin migriert. Das hat mehrere Vorteile: mehr Flexibilität, bessere Übersicht und deutlich stabilere Automationslogik.

    Die Architektur ist heute entsprechend deutlich schlanker:

    • Homematic IP und Hue als tragende Systeme smarter Geräte
    • Home Assistant als Automations- und Integrationsplattform

    Node-RED nutze ich gelegentlich noch zum Experimentieren oder für Prototypen. Wenn sich eine Logik bewährt, portiere ich sie später meist nach Home Assistant, damit alles zentral gepflegt bleibt. Node-RED ist inzwischen eher eine Spielwiese als produktiver Kernbestandteil.

    Ein weiterer Baustein, der sich über die letzten mehr als zwei Jahre bewährt hat, sind zusätzliche Edge- und Network-Services für Telemetrie, Analyse und Lokalisierung. Dazu gehören insbesondere InfluxDB und Grafana für Visualisierungsaufgaben. Während Home Assistant zwar grundlegende Historienfunktionen bietet, ermöglichen Influx und Grafana deutlich tiefere Analysen – etwa zur langfristigen Entwicklung von Temperaturverläufen, Heizzyklen, Luftqualität oder Energieverbrauch. Gerade für Optimierungen von Automationen oder zum Verständnis von Systemverhalten sind diese Auswertungen hilfreich.

    Parallel dazu experimentiere ich seit längerem mit ESPHome-basierten Bluetooth-Beacons als dezentrale Bluetooth-Scanner und melden erkannte Geräte an Home Assistant. Damit lassen sich einfache Präsenz- oder Raum-Näherungslogiken umsetzen, ohne auf proprietäre Systeme angewiesen zu sein. Das Ganze läuft vollständig lokal und fügt sich gut in die bestehende Home-Assistant-Architektur ein.

    Mein „strategisches Ziel“ für das Smarthome ist inzwischen auch klarer geworden: Ich möchte möglichst wenig aktiv steuern müssen. Das Haus soll weitgehend selbst reagieren, kontextabhängig handeln und nur dann Aufmerksamkeit verlangen, wenn es wirklich nötig ist. Idealerweise funktioniert das über eine Kombination aus:

    • sinnvollen Automationen
    • Sprachsteuerung
    • Sensorik und Zustandslogik
    • adaptivem Verhalten (Tageszeit, Anwesenheit, Nutzungsmuster)

    Die Vision ist also ein Smarthome, das keine App zur Bedienung braucht, weil es im Alltag einfach richtig reagiert. Die Apps sollen dann nur noch für Konfiguration oder Ausnahmefälle bleiben.

    Rückblickend war der Weg über viele Systeme zwar manchmal chaotisch, hat Lehrgeld gekostet aber auch sehr lehrreich. Heute weiß ich ziemlich genau, was für mich funktioniert: weniger Plattformen, stabile Kernsysteme und eine saubere zentrale Logik – ergänzt um lokale Datenanalyse und Edge-Services, die zusätzliche Einblicke und Automationsmöglichkeiten eröffnen.

    Mir wurde in einem andern Thread empfohlen, die einzelnen Entitäten handverlesen durchzureichen.

    Kann BenSisko nur zustimmen: nimm Dir mal eine spezifische Entitäten und konfiguriere sie in der Integration. Handverlesenes Durchreichen macht nur in Sonderfällen Sinn. Ich habe bspw. einen HomematicIP Bewegungsmelder-Typ, dessen Helligkeitswerte durch die HomeKit Integration diesen dort als "Luftqualitätssenor" bereitstellen (Fehler in der HomeKit-Integration). Sofern man die Helligkeitswerte in HomeKit brauch, macht es dann Sinn sie in der yaml umzukonfigurieren. Sonst eher nicht.

    Zumindest meine Strategie ist aus HA nur das in Apple Home bereitzustellen, was per Siri genutzt werden soll (Licht, Temperatur, Fenster, Jalousien, Haustür, Heizung, Musik machen). Von Automationen in Home habe ich mich längst verabschiedet. Die finden alle in HA statt.

    Wo genau befindet sich nun jene Datei in die man all die hilfreichen Code-Schnipsel eintragen kann

    Wenn Du Dich da ranwagen willst, ist /homeassistant/configuration.yaml die richtige Stelle

    Zunächst möchte ich gern HA-Entitäten nach Homekit durchreichen.

    Was fehlt Dir denn in der "out-of-the-box" HomeKit-Integration, was Du nicht durchreichen kannst? In der yaml fängt man damit i. d. R. erst mal nicht an.

    Tja, man kann alles positiv und negativ betrachten. Interessante Technologie kann auch zerredet werden. Schade eigentlich.

    Wir ITler treiben immer eine neue Sau durchs Dorf. Hat da jemand wirklich erwartet, dass der Hype-Cycle nicht mehr passen wird?


    Wo blieben wir, wenn Innovationen ad Acta gelegt werden würden. In wenigen Jahren werden wir das sicher nicht mehr missen wollen.

    Und mal ehrlich, wollen wir gen-Is nicht die intelligente Siri x.0?

    Dazu gleich meine Frage: Wie reagiert man darauf? Den influxdb-Teil aus der configuration.yaml entfernen - und dann?

    Nun ja, die Teile waren manuell hinzugefügt und sind dann nun manuell zu entfernen. Meine Einträge in der configuration.yaml wurden nun von

    zu

    Code
    influxdb:
      tags:
        source: HomeAssistant
      default_measurement: units
      tags_attributes:
        - friendly_name

    Würde trotzdem gerne wissen, wo konkret die anderen Infos hingekommen sind:

    [Blockierte Grafik: https://community.simon42.com/uploads/defaul…9_2_690x429.png]

    Siehe auch meine Post hier: