Der Streit um die acht Schlitze
Wir schreiben das Jahr 1977. Steve Wozniak und Steve Jobs arbeiten am Apple II. Das Ding, das Apple zu dem machen sollte, was es heute ist. Woz, der Ingenieur, der das Herz auf der Zunge und den Lötkolben in der Hand trug, hatte eine klare Vision: Er wollte dem Nutzer acht Erweiterungs-Slots geben. Acht Möglichkeiten, Karten einzustecken, Speicher zu erweitern, Dinge zu tun, an die Woz selbst noch gar nicht gedacht hatte. Er wollte, dass der Computer dem Nutzer gehört. Dass er offen ist.
Jobs sah das anders. Er wollte zwei Slots. Einen für den Drucker, einen für das Modem. Punkt. Sein Argument? Die Leute sollen das Ding nicht aufmachen. Sie machen es nur kaputt. Er wollte Kontrolle. Er wollte eine „Appliance“, ein Gerät, das funktioniert, ohne dass man verstehen muss, warum.
Der Streit eskalierte. Es war einer der wenigen Momente, in denen der sonst so gutmütige Wozniak auf den Tisch haute. Er stellte Jobs ein Ultimatum: Entweder der Apple II bekommt die acht Slots, oder Woz nimmt sein Design und geht. Jobs gab nach. Der Apple II kam mit acht Slots, wurde ein riesiger Erfolg und begründete eine ganze Industrie von Erweiterungskarten.
Aber wir wissen alle, wer den Krieg am Ende gewonnen hat. Schau dir dein iPhone an. Schau dir den Mac mini an. Jobs hat vielleicht die Schlacht um den Apple II verloren, aber den Krieg um die Philosophie hat er mit dem ersten Macintosh 1984 für sich entschieden – das Ding, das man nur mit Spezialwerkzeug öffnen konnte.
Quelle: Ich