HEIF:
ZitatAlles anzeigenHEIF bedeutet High Efficiency Image File Format. Standardisiert 2015 von der MPEG unter ISO IEC 23008 12. Basis ist der Video-Codec HEVC H.265.
HEIC ist nur eine konkrete Ausprägung von HEIF. HEIC nutzt HEVC zur Bildkompression. Es gibt auch andere Varianten, z. B. AVIF mit AV1.
Apple nutzt HEIF und HEIC seit iOS 11 im Jahr 2017 standardmäßig für Fotos. Apple hat das Format nicht erfunden. Apple hat es breit ausgerollt.
Microsoft verkauft in Windows den HEVC Video Extensions Codec im Store für rund 0,99 Euro. Grund sind Lizenzgebühren für HEVC. Das betrifft den Codec, nicht das Containerformat HEIF selbst.
Android unterstützt HEIF seit Android 9. Windows 10 und 11 unterstützen HEIF ebenfalls. Viele Kameras von Canon und Sony speichern optional in HEIF.
Fakten zur Einordnung:
- HEIF speichert bei gleicher Qualität etwa 30 bis 50 Prozent kleinere Dateien als JPEG.
- HEIF unterstützt 10 Bit Farbtiefe. JPEG nur 8 Bit.
- HEIF kann mehrere Bilder, Live Photos, Transparenz und Metadaten in einer Datei speichern.
Fazit: HEIF ist ein internationaler Standard. Apple nutzt ihn intensiv. Microsoft verlangt Geld für den HEVC-Codec wegen Lizenzkosten. Das Format selbst gehört nicht Apple.
WebP:
ZitatAlles anzeigenWebP wurde 2010 von Google vorgestellt. Technische Basis ist der Video-Codec VP8. Später kam VP8L für verlustfreie Kompression dazu. Der Container basiert auf RIFF. Google hat WebP entwickelt, aber als offenen Standard veröffentlicht.
Unterstützung:
- Alle großen Browser unterstützen WebP. Chrome seit 2010. Firefox seit 2019. Safari seit Version 14 im Jahr 2020. Edge ebenfalls.
- Android unterstützt WebP nativ.
- Windows 10 und 11 können WebP ohne Zusatzkosten anzeigen.
- macOS unterstützt WebP systemweit seit Big Sur 11.
Lizenz:
- WebP ist lizenzfrei. Keine Gebühren für Nutzung oder Implementierung.
- Im Gegensatz zu HEIF mit HEVC fallen keine Codec-Lizenzkosten an.
Vergleich WebP zu JPEG:
Dateigröße
- WebP ist bei gleicher visueller Qualität im Schnitt 25 bis 35 Prozent kleiner als JPEG.
- Bei Web-Bildern mit 500 KB JPEG reduziert WebP oft auf 350 bis 380 KB.
Qualität
- WebP unterstützt sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Kompression.
- JPEG nur verlustbehaftet.
- WebP vermeidet typische JPEG-Artefakte bei starken Kontrasten besser.
Funktionen
- WebP unterstützt Transparenz. JPEG nicht.
- WebP unterstützt Animationen. JPEG nicht.
- WebP speichert Metadaten wie EXIF und XMP.
Farbtiefe
- Klassisches WebP arbeitet mit 8 Bit pro Kanal wie JPEG.
- Kein natives 10 Bit wie bei HEIF.
Praxis
- Für Webseiten ist WebP heute Standard.
- Für professionelle Fotografie mit 10 Bit oder HDR bleibt HEIF oder RAW im Vorteil.
- JPEG bleibt relevant wegen maximaler Kompatibilität mit sehr alter Software.
Fazit
WebP ist offen, lizenzfrei und technisch moderner als JPEG. Es ist kein geschlossenes Google-Format. JPEG ist älter, universell kompatibel, aber technisch eingeschränkter.
HEIF und WebP sind JPEG technisch überlegen.
Beide liefern bei gleicher visueller Qualität deutlich kleinere Dateien. Typisch 25 bis 50 Prozent weniger Speicherbedarf.
Beide unterstützen Transparenz. JPEG nicht.
Beide speichern mehr Metadaten.
HEIF kann 10 Bit Farbtiefe und HDR. JPEG nicht.