Bei den Kondensstreifen war ich eigentlich schon raus.
Als aber dann kam, dass beim Bau von Straßen und Schienen CO2 ausgestoßen wird - beim Fliegen nicht, weil die Luft schon da ist - kam ich in‘s Überlegen…
Die Kondensstreifen: Sehen Leute nahe der Flugindustrie als klimafreundlich - die anderen als gefährlich.
Die Behauptung, das Flugzeug sei auf manchen Strecken klimafreundlicher als die Bahn, hält einer vollständigen Lebenszyklusanalyse in der Regel nicht stand. Wenn Umweltwissenschaftler die Baukosten einer Bahntrasse auf ihre Lebensdauer (oft 50 bis 100 Jahre) und die hunderte Millionen transportierten Fahrgäste umlegen, fallen diese Emissionen pro Personenkilometer meist so gering aus, dass der Zugverkehr weiterhin deutlich klimaschonender bleibt als der Kerosinverbrauch eines Flugzeugs, bei dem für jeden Flug massiv Energie verbrannt werden muss. Zudem benötigt auch der Flugverkehr Infrastruktur (riesige Flughäfen, Terminals, Zubringer), die in solchen Gegenrechnungen der Luftfahrt-Lobby oft kleingerechnet wird.
Genannt werden auch die methodischen Schwächen in manchen Klimavergleichen völlig zu Recht (wie die oft vergessenen Bau-Emissionen oder bilanzielle Stromberechnungen). Die daraus abgeleitete Schlussfolgerung des Experten, Fliegen sei deshalb stellenweise klimafreundlicher als Bahnfahren, gilt in der etablierten Klimaforschung jedoch als klassisches Nischen-Argument aus dem Umfeld der Luftfahrtindustrie, das den wissenschaftlichen Konsens zur extremen Klimawirkung des Kerosinverbrauchs und der Höheneffekte ausblendet.
Was bleibt? Was Brot ich ess‘, des Lied ich sing‘.